Schmuckanhänger – Tradition und Vielfalt

Schmuckanhänger können schlicht und minimalistisch ausfallen. Sie könne jedoch auch beeindruckende und ausgefeilte Schmuckstücke darstellen. Allen ist dabei gemeinsam, dass sie an einer Art Kette befestigt werden. Meist erfolgt die Anbringung über eine Öse und ermöglicht die Erweiterung verschiedener Schmuckstücke. So können Anhänger an Halsketten, Armbändern, Bettelarmbändern oder Fußketten getragen werden.

Die lange Geschichte der Schmuckanhängern

Die Geschichte von Schmuckanhängern kennt kaum einen Anfang und dehnt sich auf vorgeschichtliche Zeiten aus. Anhänger gelten dabei als die früheste Form von Körperschmuck. Urmenschen nutzten bereits schöne Steine als Anhänger, indem sie ein Loch in diese bohrten. Mittels eines Fadens, oftmals aus Gras oder anderen Naturmaterialien, kreierten sie eine Art Kette, mit der sie sich den Anhänger um den Hals hängen konnten. Auch Muschelanhänger gehören zu den ältesten Formen des Körperschmucks.

Entwickelt sich die Zeit, entwickelt sich auch der Schmuck

Mit dem Fortschritt der Zeit konnten Anhänger immer aufwendiger und hochwertiger gestaltet werden. Im alten Ägypten waren insbesondere goldene Kettenanhänger beliebt. Die sogenannten Pektoralien bedeckten die gesamte Brust und wurden oftmals mit Edelsteinen verziert. Insbesondere der Lapislazuli, der Türkis sowie der Malachit galten als wertvoll und erfreuten sich großer Beliebtheit. Neben den Pektoralien trugen insbesondere Mitglieder der Königsfamilie und des Adels Kartuschen-Anhänger.

Während das Mittelalter das Schmuckstück als ein Symbol für Religion entdeckte, entwickelte die Renaissance den Anhänger als eine Art allgemeine Zierde weiter. Diese erfreute sich immer ausgefalleneren Designs und eröffnete stetig neue und aufwendige Formen.

Funktion und Wirkung von Schmuckanhängern

Schmuckanhänger besaßen zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Funktionen. So konnten sie eine Art der Auszeichnung oder Selbstbestätigung darstellen. Weiter fungierten sie als Schmuck, der den Körper verzierte und Prestige sowie Zugehörigkeit ausdrückte. Insbesondere Amulette und religiöse Symbole versprachen ihrem Träger Schutz, während Talismane für Glück sorgen und Unheil fernhalten sollten.

Spezielle Formen und Designs von Schmuckanhängern

Schmuckanhängern werden in Sachen Form und Design kaum Grenzen gesetzt. Zu den speziellen Anhängerarten zählen unter anderem das Medaillon, das Amulett und der Talisman.

Das Medaillon als Erinnerungsstück

Das Medaillon ermöglicht als Anhänger die Aufbewahrung eines kleinen Gegenstandes im Inneren. Dies kann beispielsweise ein Foto, ein Glücksbringer oder ein anderes Erinnerungsstück sein. Da der Gegenstand im Inneren eine besondere Ausdrucksstärke besitzt, werden Medaillons gerne zu besonderen Anlässen getragen, verschenkt oder weitergegeben. Während dies heute insbesondere an Valentinstag, bei Taufen oder Hochzeiten der Fall ist, bevorzugte das viktorianische Zeitalter Medaillons als Geschenkgabe bei Beerdigungen.

Das Schmuckstück existiert in den unterschiedlichsten Formen und vereint Ovale, Herzen sowie Kreise. Edelmetalle wie Silber und Gold gehören zu den häufigsten Materialien. Während viele Medaillons die Unterbringung von zwei Fotos ermöglich, erlauben spezielle Anfertigungen die Unterbringung von bis zu acht Fotos. Dabei kann der Anhänger entweder vollständig geschlossen oder von außen einsehbar sein.

Als besondere Art gelten außerdem sogenannte Parfüm-Medaillons, die ein kleines Kissen in der Mitte besitzen, auf das der Träger Parfüm auftragen kann.

Amulette und Talismane – Schutz und Glück

Im Prinzip kann jedes Objekt in Form eines Anhängers zu einem Amulett erklärt werden. Dieses wird dabei allerdings durch seine Macht geprägt, die es angeblich in sich trägt und ausstrahlt. So erhält es die Aufgabe, seinen Träger vor Unheil und Gefahr zu beschützen.

Die Bezeichnung „Amulett“ leitet sich aus dem lateinischen Begriff amuletum ab. Es kann mit der Bedeutung übersetzt werden, eine Person vor Schwierigkeiten und Problemen zu schützen.

Als potentielle Amulette finden häufig Edelsteine, insbesondere solche mit Gravuren, Statuen, Münzen, Zeichnungen, Ringe sowie Anhänger in Form von Pflanzen und Tieren Anwendung. Zusätzlich können „Beschwörungsformeln“ oder „Zauberworte“ hinzugefügt werden und den Schutz vor Bösem und Pech erweitern.

Der Talisman besitzt im Vergleich zum Amulett eine erweiterte Aufgabe. So soll er seinem Träger nicht nur Schutz bieten, sondern gleichzeitig auch Glück bringen. Im Mittelalter wurde der Talisman deshalb beispielsweise während Spielen getragen.

Personalisierte Schmuckanhänger für mehr Individualität

Insbesondere in der heutigen Zeit, in der alles immer anonymer und einheitlicher wird, streben viele Menschen nach mehr Individualität. Auch der Schmuck muss deshalb Einzigartigkeit ausstrahlen sowie den persönlichen Charakter unterstreichen.

Eine persönliche Note lässt sich beispielsweise durch eine Gravur erreichen. Insbesondere Schmuckstücke aus Silber, Gold, Titan, Kupfer oder anderen Metallen eignen sich, um mit Texten und Inschriften versehen zu werden. Des Weiteren bieten Fotos und Bilder eine weitere Möglichkeit der Personalisierung. Diese können entweder versteckt, beispielsweise in einem Medaillon, oder offen getragen und aller Welt gezeigt werden.

Wer seinen Schmuckanhänger noch persönlicher und individueller gestalten möchte, kann diesen auch zu einem 100-prozentigen Unikat machen. Die neueste Form der Individualisierung von Schmuckstücken beruht nämlich auf der Integrierung eigener Essenzen. In einem patentierten Verfahren werden persönliche Dinge mit reinem Titan verschmolzen. So werden Bilder, Briefe, Haarlocken oder Teile von Kleidungsstücken zu einem festen Bestandteil des einzigartigen Schmuckstücks. Der Träger erhält somit ein Unikat, das persönlicher nicht sein könnte.

Schmuckanhänger aus eigener Fertigung

Neben diesen Möglichkeiten zur Personalisierung scheint sich der DIY-Trend immer weiter auszubreiten. Während der ursprüngliche Schmuck vom Träger selbst kreiert wurde, schließen viele Menschen an dieses Konzept an. Mit etwas Geschick und Kreativität lassen sich auf diese Weise schöne und einzigartige Schmuckelemente fertigen. Anleitungen vereinfachen es mittlerweile außerdem, Inspiration und Ideen zu finden sowie diese erfolgreich umzusetzen.

Sternzeichenanhänger – Verschmelzung von Trend und Persönlichkeit

Eine weitere Möglichkeit, um eine Individualisierung von Schmuckanhängern zu erreichen, sind Sternzeichenanhänger. Bei diesen kann zwischen dem Sternbild aus dem Horoskop sowie dem chinesischen Tierkreiszeichen gewählt werden. Solche Anhänger sind zeitlos und gehen fast immer mit dem Trend. Sie lassen sich außerdem um einen Namen sowie das Geburtsdatum ergänzen und vervollständigen so die persönliche Note.

Unbegrenzte Materialien und vielseitige Kombinationsmöglichkeiten

Während Form und Design von Schmuckanhängern kaum Grenzen kennen, sind auch die möglichen Materialien nahezu unbegrenzt. So können beispielsweise Kunststoffe, Leder oder Stoff zum Einsatz kommen. Aber auch Beton, Emaille oder Glas sind denkbar. Unter den Steinen eignen sich insbesondere Specksteine sowie Edelsteine, die in den verschiedensten Kreationen als Schmuckanhänger dienen können. Im Fall von Metallen finden insbesondere Edelmetalle wie Weißgold, Gelbgold, Roségold oder Platin großen Anklang.

Neben diesen möglichen Materialien sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt. Grundsätzlich kann alles als Anhänger fungieren, das gefällt oder eine bestimmte Symbolik ausdrückt. So auch verschiedenste Materialkombinationen. Beispielsweise lassen sich Edelsteine und Federn, Metall und Leder oder Glas und Stoff kombinieren. Aber auch die Mischung von mehr als zwei Materialien ist denkbar und kann schöne sowie ausdrucksstarke Ergebnisse hervorbringen.

Die Top vier Edelsteine für Anhänger

Diamant, Rubin, Smaragd und blauer Saphir gehören zu den beliebtesten Edelsteinen, die als Anhänger für Schmuck genutzt werden.

Diamanten – Klassik und Eleganz

Diamanten zählen zu den Klassikern unter den Edelsteinen und gehören zu beliebten Anhängern für Schmuck jeder Art. Durch den Schliff, das Karatgewicht, die Färbung sowie die Reinheit lassen sich individuelle Schmuckstücke erstellen. Während der Schliff eines Diamanten für einzigartige Symmetrien und ausgewogene Proportionen sorgt, bestimmt die Maßeinheit Karat das Gewicht. Die Färbung reicht von farblos und reinweiß über eine leichte, gelbliche Tönung bis hin zu einer deutlichen Gelbfärbung. Während die farblose Variante als die wertvollste gehandelt wird, bestimmt auch die Reinheit eines Diamanten über dessen Wert. Beim Kauf solcher Schmucksteine sollten neben der einzigartigen Ästhetik allerdings auch moralische Prinzipien beachtet werden. So sollten Diamanten nur von verlässlichen und seriösen Diamant-Händlern bezogen werden.

Neben weißen bis gelblichen Diamanten bilden sogenannte Fancy Diamonds eine sehr seltene Kategorie. Die farbigen Diamanten gelten aus Wunder der Natur und machen nur einen Bruchteil aller Diamanten aus. Bisher wurden etwa 300 unterschiedliche Farben registriert. Unterschiede bestehen nicht nur in der Färbung selbst, sondern ebenfalls in der Farbintensität. Untertöne und verschiedene Farbverteilungen beeinflussen zudem den Wert des Schmucksteins.

Rubine – Die feuerroten Saphire

Der Rubin ist für seinen warmen, kräftigen und feurigen Rotton bekannt. In der Geschichte gilt der rote Edelstein als Verkörperung von Leidenschaft, Liebe und Romantik. Während die Inder ihm die Symbolik für inneres Feuer zuschrieben, das sich in einer Unvergänglichkeit ausprägte, galt der Rubin im Mittelalter als Glücksbringer in Spielen. So sollte er sich verdunkeln, wenn Unheil bevorstand und vorhersagende Kräfte besitzen.

Als einer der teuersten Edelsteine ist der Rubin noch seltener als der Diamant. Ein Pleochroismus lässt seinen Rotton variieren und lässt Untertöne in Orange, Pink und Violett entstehen. Je nach Blickwinkel kann der Rubin eine Färbung zwischen Gelbrot bis Tiefrot aufweisen.

Der Saphir – Ein vollständiges Farbspektrum

Das Farbspektrum des Saphirs erstreckt sich von der Farbe der Kornblume bis zur Lotusblüte. Besondere Beliebtheit besitzen allerdings blaue Saphire, die über einen lebendigen und kräftigen Farbton verfügen, der frei von Grauschleiern ist.

Saphir und Rubin gehören beide zur Gruppe der Korunde. Das kein roter Saphir existiert, ist damit zu erklären, dass solche als Rubin bezeichnet werden. Wie auch der Rubin besitzt der Saphir einen Pleochroismus, der ein Changieren der Färbung bewirkt. Der Blickwinkel des Betrachters kann so für Wahrnehmungen zwischen Reinblau und Grünblau sorgen.

Smaragde – Die grüne Faszination

Der Smaragd besitzt teilweise eine so tiefgrüne Färbung, dass sich sogar die Farbbezeichnung Smaragdgrün durchsetzen konnte. Zusätzlich gilt der grüne Edelstein als Geburtsstein für den Monat Mai. Während die Färbung das höchste Kriterium für den Wert des Smaragds darstellt, gilt ein intensives und lebendiges Grün als besonders wertvoll.

Bereits Kleopatra erachtete den Smaragd als so eindrucksvoll, dass sie ihn im alten Ägypten zu ihrem Eigentum erklären ließ. Seither bildet der grüne Edelstein ein Symbol für Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit. Im Sinne einer Verjüngung steht er außerdem für einen ewigen Frühling.

Edelsteine als ausdrucksstarke Schmuckanhänger

Neben Diamanten, Rubinen, Saphiren und Smaragden existieren noch weitaus mehr Edelsteine, die sich für Schmuckanhänger eignen.

Der Alexandrit gilt als aufregender Edelstein. Er besitzt die faszinierende Eigenschaft des sogenannten Changierens, das Ursache für ein wechselndes Farbspektrum ist. So erscheint der Edelstein bei jeder Beleuchtung in einer anderen Farbe. Natürliches Tageslicht erzeugt eine smaragdgrüne bis bläulichgrüne Färbung, während künstliches Licht oder Kerzenschein für ein Auftreten der Komplementärfarben sorgen. Hier wechselt der Alexandrit seine Färbung zu rubinrot und himbeerrot oder nimmt ein purpurrotes Aussehen an. Dieser Pleochroismus brachte dem Edelstein die Bezeichnung „Smaragd bei Tag und Rubin bei Nacht“ ein und entsteht durch Einlagerungen von Chrome.

Der Aquamarin zeigt Färbungen im blauen Spektrum und variiert zwischen Hell- und Dunkelblau sowie Blaugrün und Türkisblau. Er besitzt ebenfalls die Fähigkeit des Changierens und gilt in einer intensiven Blautönung als sehr wertvoll. Exemplare, die einen stark ausgeprägten Pleochroismus aufweisen, variieren in ihrer Färbung abhängig vom Blinkwinkel. Neben durchscheinenden und undurchsichtigen Aquamarinen gelten vollständig transparente Steine als besonders beliebt.

Der Granat bezeichnet weniger einen Edelstein als viel mehr eine ganze Gruppe. Innerhalb dieser gelten der Pyrop, der Almandin und der Spessartin sowie der Grossular, der Andradit und der Uwarowit als Hauptvertreter. Die Granat-Gruppe weist eine breite Farbpalette auf und erstreckt sich von Rot über Grün, Gelb und Orange bis hin zu Braun und Schwarz. Zusätzlich gibt es auch gänzlich farblose Steine, während ein blauer Granat bisher nicht gefunden wurde. Die Beliebtheit der Granat-Gruppe als Schmucksteine basiert unter anderem auf einer schönen Brillanz sowie der Robustheit, durch die sich der Edelstein sehr gut verarbeiten lässt.

Der Morganit stellt einen Edelstein der Beryll-Gruppe dar und gilt als Variante des Edelberylls. Das Spurenelement Mangan, das sich in den Steinen ablagert, verleiht diesen ihre charakteristische Färbung. Von Rosa-Nuancen reicht diese über Pfirsich- und Lachsfarben bis hin zu Violett. Neben einem Pleochroismus können sich ebenfalls Sonnenlicht und Wärme auf die Farbwahrnehmung ausprägen.

Der Peridot zeichnet sich durch Grüntöne aus, die ihm die Spurenelementen Eisen, Chrom und Nickel verleihen. Die Farbvarianten variieren dabei von Pistaziengrün bis Gelb- und Olivengrün. Durch die ausschließlich grünen Varianten zählt der Peridot zu den einfarbigen beziehungsweise idiochromatischen Kristallen.

Neben diesen Edelsteinen erfreuen sich auch der Lapislazuli, der Malachit, der Tansanit, der Turmalin, der Türkis sowie der Zirkon großer Beliebtheit.

Anhänger – Vielseitige Schmuckstücke

Durch die frühen Anfänge ihrer Geschichte besitzen Schmuckanhänger eine lange Tradition. Sie durchlebten die unterschiedlichsten Funktionen und erzielten die verschiedensten Wirkungen. Während ihre Vielfältigkeit mit dem Fortschritt der jeweiligen Zeit stetig anwuchs, sind sie heute kaum noch aus der Schmuckwelt wegzudenken.

Dabei beeindrucken sie in zahlreichen Formen und Designs, während sie sowohl auf edle Eleganz wie auch auf starke Individualität abzielen. Eine große Materialvielfalt erlaubt die ungewöhnlichsten und außergewöhnlichsten Kombinationen, während der Fantasie zur Gestaltung von Anhängern keine Grenzen gesetzt werden.

Insgesamt halten Schmuckanhänger für jeden das richtige Accessoire bereit – Egal ob jung oder alt, Frau oder Mann, Minimalist oder Statement-Liebhaber.